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Schweizer Filmwochenschau Nr 284.4 (04.10.1946), «Abschied von Winston Churchill».
Quelle: Cinémathèque suisse

Ein europäischer Traum

Freundinnen und Freunde der Zukunft!

Europa scheint weit weg. Manchmal fahren in Brüssel Limousinen vor. StaatschefInnen beraten sich über die Nacht und treten mit müden Augen vor die Kameras. Meist äussern sie ein vorsichtig-optimistisches «Weiter so!». Dabei wissen wir alle, dass es so nicht weitergeht.
Die Austeritätspolitik, die nach der Finanzkrise folgte, hat die soziale Katastrophe in südlichen europäischen Staaten nur verschärft, mit steigenden Staatsschulden und hoher Arbeitslosigkeit, besonders unter den jungen Erwachsenen.
In der Flüchtlingspolitik wird die Verantwortung von einem Staat zum nächsten geschoben, während auf dem Mittelmeer, an der unsichtbaren Aussengrenze, auch in diesem Jahr wieder Tausende Menschen ihr Leben verlieren.
Eine gemeinsame Währung bringt nichts ohne gemeinsame Wirtschaftspolitik. Die Institutionen der EU harren einer demokratischen Erneuerung, damit sie die Bürgerinnen und Bürger repräsentieren.
Und überhaupt: War Europa nicht einmal mehr als die EU? Was ist geblieben vom Traum des europäischen Friedensprojekts? Wie könnte eine neue Vision aussehen von einem solidarischen, offenen Kontinent in der Welt?

Aus allen Himmelsrichtungen
Am 8. und 9. September 2017 laden wir zu einem Europakongress nach Zürich. Nicht, weil wir meinen, wir könnten die EU retten. Aber weil wir finden, dass wir die Diskussion über die Zukunft Europas nicht den rechtsnationalen Kräften überlassen dürfen.
Ihr Programm ist klar: Zurück zum Nationalismus, mit den bekannten reaktionären Folgen, von der Hetze gegen AusländerInnen bis zur Diskriminierung der Frauen.
Welche Vision für Europa gibt es fern des nationalen Taumels? Wie könnte eine Demokratisierung von Europa von unten entstehen? Wie gestalten wir eine gerechte Wirtschaft? Das sind unsere Ausgangsfragen.
Wir haben Einladungen in alle Himmelsrichtungen verschickt: nach Deutschland und Frankreich, nach Polen und England, auch über die EU-Grenzen hinaus, in die Türkei, nach Russland und in die USA. Natürlich auch innerhalb der Schweiz.
Wir freuen uns sehr, dass zahlreiche Wissenschaftler und Politikerinnen, Intellektuelle und Aktivistinnen zugesagt haben, um an Podien und in Workshops über diese Vision zu streiten. Wir freuen uns über alle, die sich anmelden, um am Kongress ihre Sicht einzubringen.

Podien, Workshops und ein Fest
Warum der Kongress ausgerechnet in Zürich stattfindet? Bekanntlich ist die Schweiz noch nicht einmal Mitglied der Europäischen Union.
Zum einen war die Schweiz früher ein Ort europapolitischer Visionen: Nicht nur hielt hier Winston Churchill 1946 seine Rede «Let Europe arise!». Im gleichen Jahr wurde auch das Hertensteiner Programm verfasst, das eine unverändert aktuelle Idee formulierte: eine föderalistische, europäische Union. Daran wollen wir anknüpfen.
Zum anderen fühlen sich dank Personenfreizügigkeit und Studentenaustausch viele in der Schweiz längst als EuropäerInnen. Die offizielle Politik steckt derweil in einer Sackgasse, wie es mit der Beziehung zur EU weitergeht. Warum länger über technokratische Begriffe wie «Inländervorrang light» reden? Reden wir über die gemeinsame Zukunft! Wenn die Nacht über die Stadt fällt, stellen wir die Beratungen ein und feiern zusammen ein Fest.

Wir freuen uns auf den Kongress und auf euch!

WOZ – Die Wochenzeitung

 

 
 
 

Programm
Freitag, 8. September 2017

Weisser Saal 

 
 
 
 

Programm
Samstag, 9. September 2017

Weisser Saal 

Gelber Saal

 

QZ Aussersihl, SAal 1

QZ Aussersihl, Saal 2

 
 

Weisser Saal

 

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